Wer kommt da durch den Schornstein?

26.Februar 2010

Was für ein spannender Tag - “Mieze” ist gut gelaunt. Seit 3 Monaten wohnt sie jetzt bei Christa, der ruhigen und lieben Rentnerin, die ihr gerade ihr Frühstück serviert hat. Jetzt ist Miezes Magen voll und zufrieden und sie kann sich aufmachen zu neuen Abenteuern!
Als sie zur Tür rausschlüpft, sieht sie den Nachbar die Treppen nach oben steigen - nix wie hinterher! Wo es da oben wohl noch hingeht? Auf den Dachboden - Juhuu!
Mieze findet das sehr spannend: es ist dunkel, also kann sie der Nachbar nicht sehen und verscheuchen. Sie kuckt sich alles ganz genau an, riecht Düfte, die schon seit Jahrzehnten niemand mehr erschnuppert hat - und merkt nicht, wie die Tür ins Schloss fällt.
Als sie es merkt, ist sie nicht beunruhigt: sie hat schließlich einen Geheimgang entdeckt. Wenn man hineinschaut, kann man gaaanz weit nach unten sehen, und: sie kann Christa hören, wie sie - wie immer um diese Zeit - beim Abspülen vor sich hin summt. Also ist es ganz nah!
Wie jedes andere Kind das auch tun würde, betritt Mieze den Geheimgang ohne Scheu - mit 5 Monaten kann man ja auch an nichts anderes denken als an spaßige Abenteuer! Leider merkt sie zu spät, dass sie sich nirgendwo richtig festhalten kann und rutscht Meter für Meter in die Tiefe. Als sie an ihrem Zuhause “vorbeikommt”, merkt sie, dass sie nicht so einfach durch das Metallgitter in die Wohnung schlüpfen kann - und rutscht tiefer. Irgendwann merkt sie, dass sie stecken geblieben ist. So was Blödes! Sie steckt fest und kann nicht mehr weg.
Natürlich bekommt sie Angst und maunzt, aber niemand hört sie.
Die Zeit kommt ihr ewig vor - kein Wunder, denn es ist fast schon eine Woche vergangen, als sie plötzlich Schritte hört, ganz nahe. Die Hausbewohner haben inzwischen die Hoffnung aufgegeben, sie wiederzufinden. Doch Mieze weiß das nicht - sie schreit, so gut sie noch kann - ihr Maunzen ist nur noch leise und kläglich. Aber der Hausmeister hat sie gehört; er wollte nur etwas an der Heizung kontrollieren - zur Verwunderung aller kommt er mit Mieze auf dem Arm wieder aus dem Keller gestiegen.
Mieze wird schnell warm gebadet und gefüttert, im Tierheim - dort wohnte sie nämlich, bevor sie zu Christa ziehen durfte - wird sie medizinisch versorgt. Aber es geht ihr gut. Sie muss nur in den nächsten Tagen seeeehr viel essen und schlafen… :-)

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